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„Steh auf und geh!“ – Weltgebetstag 2020

Gute Lektüre mit unserem Kurseelsorge-Artikel (in Ausgabe Nr. 05, der Bad Wurzacher Bürger- und Gästeinformation vom 04. März 2020)!

„Steh auf und geh!“ – liebe Leser:innen, so heißt es in diesem Jahr am Weltgebetstag, dessen Liturgie von Frauen aus dem südafrikanischen Staat Simbabwe erarbeitet worden ist. Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Konfessionen begehen diesen Gottesdienst am ersten Freitag, im März 2020, in ihren Gemeinden. Einen ganzen Tag – 24 Stunden lang – wird also rund um die Welt gefeiert, gedacht, gesprochen, gehört und gebetet.

Das Titelbild (s. unten), mit dem Namen „Rise! Take Your Mat and Walk“, zeigt das Leben in Simbabwe, also die Bedingungen und Hoffnungen unter denen die Frauen dort ihren Alltag bewältigen.

Die Künstlerin Nonhlanhla Mathe stellt im oberen Teil – von rechts nach links – den Übergang von einer schwierigen, dunklen Vergangenheit in eine vielversprechende Zukunft dar. Im unteren Teil des Bildes finden wir die Geschichte von der Heilung eines Kranken am Teich Bethesta, überliefert im Johannesevangelium des Neuen Testamentes. (Joh. 5,2-9a). Die Frauen in Simbabwe nehmen Jesu Aufforderung „Steh auf und geh!“ als Anstoß, um Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung zu gehen.

Was wäre, wenn sie nicht ihre Matte – also ihr persönliches Leben – nähmen und losgingen?

Dann stünde die Versorgung der Menschen in Simbabwe still! Es sind die kreativen Ideen der Frauen, die den Alltag meistern. Sie fangen jeden Tag wieder gleichsam bei Null an, schließen sich in kleinen Gruppen zusammen, teilen ihre Möglichkeiten, unterstützen einander und versuchen überholte Traditionen – besonders in Frauenfragen – der modernen Welt und Zeit anzupassen. In mutigen kleinen Schritten überwinden sie Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen.

Simbabwe gehört zu den Ländern mit den höchsten Schulden weltweit. Allein gegenüber Deutschland hat Simbabwe rund 730 Mio Euro Schulden. Der Weltgebetstag setzt sich dafür ein, dass Deutschland auf einen Teil der Schuldenrückzahlung verzichtet. Stattdessen soll die Regierung von Simbabwe dieses Geld in einen unabhängigen Fonds für die Förderung von Frauen- und Gesundheitsprogrammen einzahlen.

Über eine solche Schuldenumwandlung muss in Deutschland das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung entscheiden. Deshalb richtet sich der WGT zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen mit einer Unterschriftenkampagne an die Bundesregierung.

Beim Länderabend und beim Gottesdienst haben wir Gelegenheit, diese Aktion zu unterstützen.  Es darf uns nicht gleichgültig sein, wenn den Menschen in Simbabwe – insbesondere den Frauen und Jugendlichen – eine hellere Zukunft ermöglicht werden kann!

Der Gottesdienst am Weltgebetstag, zu dem Sie herzlich eingeladen sind, findet am Freitag, den 06. März, um 19:00 Uhr statt: In der Evang. Kirche Bad Wurzach. Das Einsingen startet um 18:00 Uhr.

Wir dürfen uns auf ein aufregendes Miteinander, verbunden mit interessanten Informationen und reichlich Zeit zum Austausch im gemütlichen Gespräch freuen! In diesem Sinn: Steh auf – „und komm!“… damit wir gemeinsam weitergehen!

Christine Silla-Kiefer, Prädikantin i.R., Evangelische Landeskirche Württemberg