Mensch und Gott im Team

Gute Lektüre mit unserem Kurseelsorge-Artikel (in Ausgabe Nr. 22, der Bad Wurzacher Bürger- und Gästeinformation vom 27. Oktober 2021)!

Mensch & Gott im Team

Ein prägnantes Bild, der ÖKOLOGISCHE FUSSABDRUCK.

Zurzeit ist oft die Rede vom „ökologischen Fußabdruck“, den wir Menschen in der Welt hinterlassen. Er fällt so oder so aus je nachdem, wieviel Ressourcen man mit Heizen, Fortbewegung, Ernährung etc. verbraucht. Und wieviel Schadstoffe man damit produziert.– Ein prägnantes Bild, der ÖKOLOGISCHE FUSSABDRUCK.

Rückt den Erdboden in den Blick. Auf dem gilt’s mit beiden Beinen zu stehen, um die Lage realistisch einzuschätzen. Was heute bekannt ist über Klimawandel und Umweltschäden, stellt uns auf den Boden der Tatsachen: Unser Tun und Lassen wirkt sich aus. Auf Wasser, Luft, die Atmosphäre und eben den Boden. Wir haben kein Recht, unsren Kindern und Enkeln den Boden zu entziehen für ihr Leben. Nicht „zerstörte Erde“ dürfen wir hinterlassen! Sie sollen wie wir, alle Chancen haben, glücklich und gesund zu sein und die Welt zu gestalten.

Dafür den Boden zu bereiten ist die Aufgabe. Unsere. Wenn vom „ökologischen Fußabdruck“ gesprochen wird, dann als Mahnung, dieses oder jenes Verhalten könnte der Umwelt schaden. Scheint angebracht, wo man (aus Angst oder Trägheit) jedes „Weiter so“ rechtfertigt. Sich gegen nötige Veränderungen sperrt. Ist nicht verkehrt, wenn sich bei passender Gelegenheit Schuldbewusstsein regt und du dich fragst: „Kann ich das verantworten?“ Aber neben Ermahnung brauchen wir vor allem ganz viel POSITIVE MOTIVATION. Dazu hier ein Gleichnis:

„Aufsehen erregte ein neuer Laden mit der Ankündigung, man verkaufe dort alles Gute, was Du nur wünschst! Zwei nette Leute gingen voller Erwartung hin. Es begrüßte sie ein Engel! Er fragte: „Womit kann ich dienen?“ – „Na, dass Krieg und Terror aufhören!“ antwortete Fili. “Genau, überall Frieden“, ergänzte Kili, „und ein Ende dem Hunger in der Welt!“ – „Bildungschancen für alle, Arbeit + gerechte Löhne“, sagte Fili, „und dass die Menschenrechte für jede/n gelten, real in der Praxis!“ betonte Kili. „Respekt und Hilfsbereitschaft, Güte und Toleranz, Vertrauen + Verständnis + Freiheit sollen herrschen“, zählte Fili auf. „Richtig, auch für die Tiere, für jedes Lebewesen!“, bestätigte Kili. „Keine Umweltzerstörung mehr + absoluter Klimaschutz: das wünschen wir!“

– Ja, sehr gut! Alles sehr wichtig“, antwortete der Engel. „Nur, damit wir uns recht verstehen: Wir verkaufen hier nicht die reifen Früchte. Sondern den Samen dazu.“ –

„Wir verkaufen hier … den Samen“.

Verblüfft. Enttäuscht. Oder dann doch auch angespornt…? Was machen die netten Leute jetzt? War ja klare Ansage von dem Engel: ‘Für Eure wirklich wünschenswerten Ziele heißt‘s „selber ackern“! – Klingt nach ‘nerZumutung, oder? Aber in „Zumutung“ steckt erstens „Mut“ und zweitens Zutrauen. Tatsächlich ist die ganze Welt den Menschen überlassen – von Gott, so die Bibel. Dass die Menschen „sie sich untertan machen sollen“, heißt es in Genesis 1,28:

Ein Satz mit ungeheurer Wirkung! Missverstanden als Freibrief zur rücksichtslosen Ausbeutung und Versklavung anderer Lebewesen, drängt sich das Bild „ökologischer Fußabdruck“ geradezu auf: Achtloses Herumtrampeln, direkt und im übertragenen Sinn. Niedertreten von schutzwürdigem Leben. Weil der andere Satz Genesis 2,15 oft unbeachtet blieb: „Gott setzte den Menschen in die als Garten Eden geschaffene Welt. Um sie ZU BEBAUEN UND ZU BEWAHREN.

Gott setzte den Menschen in die … Welt, um sie ZU BEBAUEN UND ZU BEWAHREN. (vgl. Genesis 2,15)

Das Universum, eine unermesslich wundersame Kreation mit diesem einzigartigen Planeten Erde samt uns (zweifelhafter) „Krone der Schöpfung“ – war seit jeher auf Kooperation angelegt! Die Menschen, Gott zum Ebenbild erschaffen, sind seelisch-geistig-körperlich hoch begabt! Sie verfügen über alles nötige „Werkzeug“ zum „Gärtnern und Ackern“. Auch über genug „Saatgut“ für ein erfülltes Leben miteinander. Unsere Berufung besteht also darin – und unsere Würde ist auch dadurch begründet, dass Mensch und Gott im Team wirken.

Deshalb „Wanted“, dringend gesucht und gebraucht: Nette Leute, die sich einsetzen für „alles Gute, was du nur wünschst“. Es lohnt sich, sowohl weltweit in allen Gärten, wie auch in jeder Beziehung! In einem schönen Erntedank-Lied heißt es „Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in Gottes Schoß, und er wird die Ernte senden unaussprechlich reich und groß.“ (H. Puchta in „Herr, die Erde ist gesegnet“ EG 512)

Ihnen viel Lust & Mut zum „Gärtnern“ in Ihrem Lebenskreis!

Verena Engels-Reiniger