März: Pace e bene!

Gute Lektüre mit unserem Kurseelsorge-Artikel (in Ausgabe Nr. 05, der Bad Wurzacher Bürger- und Gästeinformation vom 02. März 2022)!

März: Pace e bene!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Friedenszeichen, gemeinfrei aus Wikipedia

eh wir uns versehen haben, ist die Fasnet um – und der März mit Erscheinen dieses Heftes bereits zwei Tage alt. Deshalb sind ihm (und damit verbunden uns) die folgenden Gedanken gewidmet.

Kriegerisch

März: D.h. dritter Monat im Jahreslauf, 31 Tage lang. Eigentlich ein Monat wie alle anderen. Dennoch steckt mehr in ihm, als auf den ersten Blick zu sehen: Wie z.B. „Mars“, bzw. „Martius“, der Kriegsgott der Römer. Die versammelten sich ursprünglich zu jener Zeit, weil nun die Feldzüge beginnen konnten. D.h. alle waffenfähigen Bürger Roms kamen vor dem Stadttor zusammen, ließen sich mustern, wählten ihre Feldherren, auf dem sog. Mars- oder Märzfeld.

Orientierend

Dieses Kriegerische sollte uns gerade heute Anlass zur „Sammlung“ geben (den Blick voll Sorge – nicht nur – auf die Ukraine gerichtet). Dahingehend, dass wir uns sammeln, so wie es z.Z. möglich ist. Nicht, wie die Römer der Feldzüge wegen. Sondern, um Frieden nach „Außen“ zu tragen. Z.B. in den letzten Februartagen und am gestrigen 01. März – durch eine glückselige, wie hoffentlich friedvolle Fasnet. Und mit dem heutigen Aschermittwoch, nach „Innen“ – durch die Begegnung mit Gott sowie uns selbst.

Apropos „Römer und März“. Gemäß römischem Kalender war dieser der erste Monat des Jahres. Das lässt sich noch immer an unserem Kalender ablesen. Denn die Namen von September bis Dezember (lateinisch: septem-7, octo-8, novem-9, decem-10) leiten sich aus dem März ab; sind sie doch jeweils nach ihrer Position im römischen Jahr benannt.

Verändernd

Dass der März nicht nur kalendarisch Erneuerung bedeutet, zeigt sich auch in natürlicher Weise Tag für Tag: Wärmend und wohltuend tauen erste Sonnenstrahlen alle Schneereste weg und kitzeln Knospen aus dem Winterschlaf. Blumenzwiebeln, die sich unter der gefrorenen Erde versteckt hatten, zeigen ihre Anwesenheit. Erstes Vogelzwitschern und der Duft von Erde liegen in der Luft. Im März erscheint die Welt ganz neu und frisch, sobald die ersten Frühlingstage mildes Wetter bringen.

Alles und jeder bricht aus dem winterlichen Trott aus und mit einem Mal ist zu spüren, wie gute Laune sich verbreitet. Z.B., weil Wintermäntel, Handschuhe und Mützen endlich wieder abgelegt und gegen bunte Pullis und farbenfrohe Jacken getauscht werden können. Oder, weil die ersten frühlingshaften Gefühle sich ausbreiten. Ganz gleich ob als Schmetterlinge im Bauch, oder in der Gestalt hoffnungsvoller Gedanken. Und diese verändernde Kraft, glaube ich, macht den März so besonders.

Eng(e)lisch

„Gegrüßet seist du, Maria“ oder „Ave Maria“. Auch diese Worte gehören zum März, zeichnen ihn aus und tragen besagte Eigenschaften in sich: Sammlung, Veränderung und Hoffnung.

„Ave“, so begrüßten sich die Bürger im antiken Rom. Wörtlich bedeutet das in etwa: „Es soll dir gut gehen“. D.h., dem begrüßten Gegenüber wird Heil und Gesundheit zugesprochen. So auch Maria von Gott durch den Erzengel; aus dessen Grußwort das Gebet „Ave, gegrüßet seist Du, Maria“ entstand. Seit dem Mittelalter ist dieser „englische“ Gruß die Bezeichnung für Gabriels Worte an Maria. Mit der Sprache „Englisch“ hat das jedoch nichts tun, weil von „Engel“ abgeleitet.

Hauptsächlich

Mit uns dafür schon. Denn auch wir sind heilsbedürftig, sehnen uns nach Gesundheit. Wie sehr, das ist mir am Ausspruch „Hauptsache gesund!“ bewußt geworden. Vor Corona ist er mir zumeist im Kur- und Rehabereich begegnet. Eher so beiläufig, z.B. zum Jahreswechsel. Seit Corona treffe ich ihn aller Orten und zu jeder Zeit. Als Wunsch, ja mehr noch als Feststellung: Gesund bleiben oder es werden, das ist die Haupt-„Sache“. Ein winzig kleines Virus, mit bloßem Auge nicht zu erkennen, zeigt uns das. In aller Größe und unübersehbar. Also, was letztlich das Wichtigste ist im Leben.

Chancenreich

Vor diesem ganzen Hintergrund: Nehmen wir den März als Chance war. Versuchen wir „engelisch“ zu leben und Botinnen, Boten des Friedens zu sein. Sprechen wir gerade diesen Monat einander die Haupt-Sache zu: Gesundheit und Frieden! Lassen wir es uns zusagen, von Mensch zu Mensch, und christlich betrachtet von Gott; und geben wir Sammlung, Veränderung sowie Hoffnung einen Raum. Z.B. an einem besonderen Tag, wie dem 25. März; dem Fest der „Verkündigung des Herrn“ (durch den Engel an Maria). Oder ganz allgemein, wenn der Frühling anfängt.

In diesem Sinn: Pace e bene!

Ihr Raimund Miller