In eine lebendige Freundschaft mit Jesus hineinwachsen

In eine lebendige Freundschaft mit Jesus hineinwachsen …so lautet der Titel des Kurseelsorge-Artikels in Ausgabe Nr. 07 der Bad Wurzacher Bürger- und Gästeinformation vom 28. März 2018.  – Gute Lektüre!

Gedanken zur Vorbereitung auf die Erstkommunion in der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach – von Bernd Schneider und Angelika Schupp (Gemeindereferent/in)

Walter Habdank Holzschnitt 1988, ,„Am Wasser gepflanzt“, aus: Natur- & Umweltschutz-Akademie NRW – Schöpfungsfreundliches Handeln in der Kirche

Auf dem Holzschnitt von Walter Habdank sehen sie, wie sich ein Gärtner um seine kleine Pflanze müht. Sie soll eingepflanzt werden, Wurzeln schlagen können, um so zu einem vielleicht prächtigen Baum heranzuwachsen. Der Gärtner scheut sich dabei nicht, die Hemdsärmel hochzukrempeln, sich zu bücken und seine Hände schmutzig zu machen. Sein Blick verrät, er wird sich auch weiterhin darum sorgen, alles fernzuhalten, was das Bäumchen am Wachsen hindern könnte. Mehr und mehr soll es mit Erde und Himmel vertraut werden dürfen.

Ein ähnliches Mühen und Sorgen gilt seit mehreren Wochen den 93 Erstkommunionkindern unserer Seelsorgeeinheit, die sich auf dem Weg der Erstkommunionvorbereitung befinden. Seit Januar treffen sie sich mit ihren sehr engagierten Begleiterinnen in Hausgruppen.

Die Kinder haben angefangen, sich besser kennen zu lernen; erfahren in verschiedenen biblischen Geschichten, was Jesus für ein Mensch war, wie er lehrte, heilte und betete, wie er seinen Zuhörern von Gott als seinem und unserem Vater erzählte, dessen Liebe jedem Menschen gilt und von dem wir Verzeihung erhoffen dürfen, wenn wir uns schuldig fühlen; sie erfahren, wie Jesus uns vorausgegangen ist durch den leidvollen Tod zum neuen Leben und wie er auch heute noch unter uns ist im Zeichen des eucharistischen Brotes, im Zeichen seines Wortes und in der Gemeinschaft.

Ziel ist es, in eine lebendige und frohe Freundschaft mit Jesus und untereinander hineinzuwachsen. Im gemeinsamen Beten, Singen, Malen, Erzählen und Spielen erleben die Kinder eine Gemeinschaft im Glauben, die neben der Familie, der Schule und den Erfahrungen in der Freizeit einen prägenden Einfluss auf sie hat. Ziel ist es auch, die Erstkommunionkinder vertraut zu machen mit unserer Kirche und dem Leben der Gemeinde vor Ort. Dazu dienen neben den Gruppenstunden die Mitwirkung im Schülergottesdienst und schließlich die Einladung zum Sakrament der Versöhnung in der Beichte.

Dass sich die seelischen Wurzeln der Kinder tief in einem Bild von einem menschenfreundlichen Gott verankern können, dass sie sich somit in seinen Augen wertvoll und geliebt wissen, dass ihre Freude am Leben erhalten bleibt und sie im Vertrauen weiterwachsen können, dies wünschen wir allen Erstkommunionkindern mit ihren Familien und Angehörigen von Herzen – verbunden mit folgendem Gebet von Jörg Zink:

Was ich Dir wünsche?
Nicht, dass du der schönste Baum bist, der auf dieser Erde steht.
Nicht, dass du jahraus, jahrein leuchtest von Blüten an jedem Zweig.
Aber, dass dann und wann an irgendeinem Ast eine Blüte aufbricht;
dass dann und wann etwas Schönes gelingt,
irgendwann ein Wort der Liebe ein Herz findet,
das wünsche ich dir.
Ich wünsche dir nicht,
dass du ein Mensch seist, rechtwinklig an Leib und Seele,
glatt und senkrecht wie eine Pappel, oder elegant wie eine Zypresse.
Aber das wünsche ich dir,
dass du mit allem, was krumm ist an dir,
an einem guten Platz leben darfst und im Licht des Himmels;
dass auch, was nicht gedeihen konnte, gelten darf;
und auch das Knorrige und das Unfertige an dir und deinem Werk
in der Gnade Gottes Schutz finden.